Elena Mircea ist Lehrerin in Dacia/Rumänien. In diesem kleinen Siebenbürgischem Dorf gibt es keine Schule mehr, nachdem die rumänische Regierung 2010 Schulen mit unter 200 Kindern schloss und 20000 Lehrer entließ. Frau Mircea ist ausgebildete Gymnasiallehrerin und unterrichtet nachmittags ca. 15 Kinder im Alter von 5-15 Jahren im Lesen und Schreiben. Der Unterricht in einem kleinen Schulzimmer des ehemaligen Pfarrhauses wurde vom Verein „Copiii Europei“ ins Leben gerufen. „Wir ehren mit Elena Mircea auch den Wiederstand gegen die Sinnlosigkeit im einfachen und Kleinen. Der Preis leuchtet an, wie eine kleine Frau in einem kleinen Dorf den Mut zum Wir Tag für Tag lebt.“ (Pfarrer Christof Heinze in seiner Laudatio)

Ingrid Lewek und Wolfgang Tarnowski sind Radebeuler Bürger, die mit diesem Preis für ihr Lebenswerk geehrt werden. Es war ihnen stets ein Anliegen, an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Ihr Hauptwerk, das Buch „Juden in Radebeul 1933 bis 1945“ ist das Ergebnis umfassender Forschungsarbeiten und beschreibt Einzelschicksale, damit „die Menschen, die nicht mehr da waren, ein Gesicht erhielten“ so Ingrid Lewek in ihrer Rede. Sie mahnt eindringlich: „Wenn ich denke, wie wir uns gebärden gegenüber den Flüchtlingen, und Sorge haben um unsere kulturelle Reinheit, denke ich sofort, wer außer uns hat Auschwitz zu verantworten?“ Bürgerliches Engagement war ihnen immer eine Freude, auch wenn es im Alter von 90 bzw. 95 Jahren nun schwerfällt.

Interview Radebeuler Schüler*innen mit Frau Lewek

Quelle